Mitmachen als Seniorin oder Senior

Schön, dass Sie sich für unser Programm interessieren! Hier finden Sie wichtige Informationen bezüglich Ihrer Teilnahme.

Das Buddy-Programm spricht eine besondere Zielgruppe an: Seniorinnen und Senioren, die sich ein Leben lang gerne geistig herausgefordert haben. Für diese Zielgruppe sind kognitiv anspruchsvolle Gespräche oder Aktivitäten eine Quelle der Lebensfreude und Lebensqualität. Aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität können sie diesem Bedürfnis nicht mehr so gut nachkommen. Sie wünschen sich Gesprächspartner, die zu ihnen nach Hause kommen. Wir vermitteln Studierende – daher sollten teilnehmende Seniorinnen und Senioren offen sein für junge Menschen und sich für ihre Perspektiven interessieren.

Unser Angebot richtet sich explizit auch an Menschen mit Demenz. Diese Erkrankung stellt für uns keineswegs einen Hinderungsgrund für geistige Beschäftigung dar – im Gegenteil! Wir schulen unsere Studierenden ausführlich zu diesem Thema.

Durch die Teilnahme haben Sie regelmäßigen Kontakt zu jüngeren Menschen und erleben soziale Interaktion und geistigen Austausch. Ihr Buddy wird Sie herausfordern und fördern (z. B. im Umgang mit Technik) und Sie machen das Gleiche mit ihm. Sie sind ihm in puncto Lebenserfahrung natürlich überlegen und teilen Ihre Erkenntnisse gerne mit ihm. Wie ein Mentor oder eine Mentorin geben Sie ihm Orientierung und lassen ihn an Ihrer Lebensgeschichte teilhaben. Sie haben bestimmt unendlich viele Geschichten zu erzählen und Ihr Junior-Buddy brennt darauf, sie zu erfahren.

Mit ihm bleiben Sie aktiv und der anspruchsvolle Austausch oder das Erlernen neuer Fähigkeiten stärken Ihre kognitiven Ressourcen. Der Kontakt zu jüngeren Menschen ermöglicht Ihnen, neue Perspektiven zu gewinnen und sich über aktuelle Themen und Trends zu informieren.

Wichtig ist uns, dass Sie wirklich an generationenübergreifendem, geistigem Austausch interessiert sind und nicht primär Hilfe im Haushalt oder eine Transportmöglichkeit suchen. Ihr Junior-Buddy kann Sie gerne hin und wieder bei Botengängen begleiten oder im Notfall einen Einkauf übernehmen. Das sollte aber nicht der Mittelpunkt Ihrer Treffen mit ihm darstellen. Außerdem finanziert sich das Buddy-Programm über die Pflegekassen. D. h. es ist von Vorteil, wenn Sie einen Pflegegrad besitzen und über freies Budget verfügen. Nähere Informationen dazu finden Sie weiter unten unter „Die Finanzierung“. Sie sollten zudem  mindestens 6 Monate teilnehmen können.

Der erste Schritt für alle zukünftigen Buddys ist es, uns ihr Interesse an einer Teilnahme mitzuteilen. Danach vereinbaren wir einen Termin für ein Kennenlernen in Ihrer Wohnung. Dann ist es unsere Aufgabe, einen von uns geschulten Junior-Buddy zu finden, der möglichst gut zu Ihnen passt. Bitte beachten Sie, dass wir uns in der Aufbauphase befinden und deshalb evtl. nicht sofort jemand zur Verfügung steht. Haben wir zwei zueinander passende Menschen gefunden, so kontaktieren wir beide und vereinbaren einen Termin, bei dem wir beide einander vorstellen und Tipps für die zukünftigen Treffen geben, deren zeitlicher Umfang und Regelmäßigkeit nun grob festgelegt werden. Danach können beide Buddys ihre gemeinsame Zeit ganz nach eigenem Wunsch gestalten. Wir stehen jedoch immer als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Teilnahme sollte mindestens 6 Monate betragen und kann jederzeit verlängert werden.

Ihr Junior-Buddy besucht Sie in einem regelmäßigen Rhythmus von mindestens 14 Tagen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten in Ihrem Zuhause. Diese Treffen gestalten Sie beide je nach Interessenlage frei. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf einem geistigen Austausch auf Augenhöhe, idealerweise verbunden mit Bewegung wie etwa einem gemeinsamen Spaziergang.

Sie können sich beispielsweise über fachliche Themen austauschen, sofern Sie aus einem ähnlichen beruflichen Bereich kommen. Sie können auch Ihre Fähigkeiten im Umgang mit Technik verbessern – vielleicht wollen Sie Ihre Verwandten einmal mit einem Video-Anruf überraschen? Oder Ihre Englischkenntnisse vertiefen? Das tägliche Weltgeschehen bietet natürlich sowieso immer eine Menge Gesprächsstoff, dazu kommen Literatur, Geschichte oder gemeinsame Hobbys –  Ihnen wird also nicht langweilig werden! Bei alle dem werden Sie immer wieder auf ihre eigenen Erfahrungsschatz zu sprechen kommen und Ihrem Junior-Buddy so zu einem größeren Verständnis für Ihre Generation verhelfen.

Natürlich können Sie auch gemeinsame Ausflüge unternehmen und z. B. ein Museum besuchen. Ihr Junior-Buddy kann auch hin und wieder für kleine Entlastungen im Alltag sorgen. Dabei liegt hier genauso der Schwerpunkt auf der Begleitung, beispielsweise beim Einkaufen im Supermarkt oder bei Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ihr Buddy unterstützt Sie dabei, Ihre Selbstständigkeit zu bewahren. Im Notfall können die Junior-Buddys auch Botengänge, wie etwa zur Apotheke, eigenständig erledigen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Entlastungsleistungen nicht den Hauptzweck der Treffen darstellen sollten, sondern eher die Ausnahme bilden.